Capsule Wardrobe aufbauen: mit wie vielen Teilen es wirklich funktioniert

33 Kleidungsstücke pro Saison, das ist die Zahl, die im Internet am häufigsten genannt wird, wenn es um eine Capsule Wardrobe geht. Doch funktioniert diese Zahl wirklich für jede Frau, jeden Lebensstil und jedes Budget? Tatsächlich zeigt die Praxis, dass die ideale Anzahl stark variiert: Manche kommen mit 25 Teilen bestens zurecht, andere brauchen 40. In diesem Artikel zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du deine persönliche Capsule Wardrobe aufbauen kannst, welche Teile unverzichtbar sind und wie du dabei weder auf Stil noch auf Nachhaltigkeit verzichten musst.

In diesem Artikel

  • Die ideale Capsule Wardrobe umfasst zwischen 25 und 40 Teile pro Saison, je nach Lebensstil
  • Mit der 1-zu-5-Regel lassen sich aus wenigen Basics über 100 Outfitkombinationen erstellen
  • Die häufigsten Fehler beim Aufbau kosten durchschnittlich 200 bis 400 Euro an Fehlkäufen
  • Eine durchdachte Farbpalette aus 3 bis 4 Basisfarben ist das Fundament jeder Capsule Wardrobe
  • Die 3-3-3-Regel hilft beim Einstieg: 3 Oberteile, 3 Unterteile, 3 Schuhe für eine Testwoche
  • Nachhaltige Capsule Wardrobes sparen langfristig bis zu 60 Prozent des jährlichen Modebudgets

Was ist eine Capsule Wardrobe und warum lohnt sie sich?

Das Konzept der Capsule Wardrobe wurde in den 1970er-Jahren von der Londoner Boutique-Besitzerin Susie Faux geprägt und später von der amerikanischen Designerin Donna Karan populär gemacht. Die Grundidee ist einfach: Ein überschaubarer, sorgfältig ausgewählter Kleiderschrank aus zeitlosen Teilen, die sich alle untereinander kombinieren lassen. Laut einer Erhebung der Umweltorganisation Greenpeace besitzt eine durchschnittliche Person in Österreich rund 95 Kleidungsstücke, trägt davon aber nur etwa 40 Prozent regelmäßig.

Das bedeutet: Mehr als die Hälfte des Kleiderschranks verstaubt ungenutzt. Genau hier setzt die Capsule Wardrobe an. Statt wahllos Trends zu folgen, investierst du gezielt in Teile, die zu deinem persönlichen Stil, deiner Figur und deinem Alltag passen. Das spart nicht nur Geld, sondern auch jeden Morgen wertvolle Zeit vor dem Kleiderschrank.

Die Vorteile im Überblick:

  • Weniger Stress bei der täglichen Outfitwahl
  • Gezieltere Einkäufe statt impulsiver Fehlkäufe
  • Ein nachhaltiger Umgang mit Mode und Ressourcen
  • Mehr Platz im Kleiderschrank und im Kopf
  • Ein durchgängig stimmiger Stil, der zu dir passt

Siehe auch Seide zu Hause waschen: Temperatur, Mittel und Trocknen

Wie viele Teile braucht man wirklich?

Die Frage nach der richtigen Anzahl an Kleidungsstücken ist die, die mir in meiner Arbeit als Stylistin am häufigsten gestellt wird. Die kurze Antwort: Es gibt keine magische Zahl. Die oft zitierte 37-Teile-Regel von der amerikanischen Bloggerin Caroline Joy ist ein guter Richtwert, aber kein Gesetz.

Flat-Lay der wichtigsten Basisteile einer Capsule Wardrobe in harmonischen Neutraltönen
Flat-Lay der wichtigsten Basisteile einer Capsule Wardrobe in harmonischen Neutraltönen

Lebensstil Empfohlene Teileanzahl Davon Basics Davon Akzentteile
Minimalistisch (Homeoffice) 25 bis 30 18 bis 20 7 bis 10
Büro und Freizeit gemischt 30 bis 37 20 bis 25 10 bis 12
Vielseitig (Beruf, Events, Sport) 37 bis 45 25 bis 30 12 bis 15
Repräsentativ (viele Anlässe) 40 bis 50 28 bis 33 12 bis 17

Wichtig: In diese Zählung fallen Oberteile, Unterteile, Kleider, Jacken und Mäntel. Nicht mitgezählt werden in der Regel Unterwäsche, Sportbekleidung, Schlafanzüge und spezielle Arbeitskleidung. Schuhe und Accessoires bilden eine eigene Kategorie, die ich weiter unten behandle.

Mein Rat: Beginne lieber mit weniger Teilen und ergänze bei Bedarf. Es ist viel einfacher, drei bis vier Teile hinzuzufügen als zehn überflüssige wieder loszuwerden. Die 3-3-3-Regel eignet sich hervorragend als Einstiegstest: Wähle 3 Oberteile, 3 Unterteile und 3 Paar Schuhe aus deinem bestehenden Schrank und kleide dich eine Woche lang nur damit. So bekommst du ein Gefühl dafür, ob das Capsule-Konzept zu dir passt.

Die unverzichtbaren Basisteile für deine Capsule Wardrobe

Jede erfolgreiche Capsule Wardrobe baut auf einer soliden Grundlage aus Basisteilen auf. Diese Basics sind zeitlos, vielseitig kombinierbar und in neutralen Farben gehalten. Sie bilden das Rückgrat deines Kleiderschranks.

Oberteile (8 bis 12 Stück)

  • 2 bis 3 weiße Shirts (Rundhals und V-Ausschnitt): Das vielseitigste Kleidungsstück überhaupt
  • 2 Blusen (eine weiße, eine in deiner Akzentfarbe): Für einen polierten Look, der auch im Büro funktioniert. Wer nach konkreten Empfehlungen sucht, findet in meinem Ratgeber zu Langarm-Blusen von H&M gute Einstiegsmodelle
  • 2 Pullover (Kaschmir oder Merinowolle): Ein dünner für die Übergangszeit, ein dickerer für den Winter
  • 1 Strickjacke: Als vielseitige Zwischenschicht
  • 1 bis 2 T-Shirts in Basisfarben: Für lässige Tage
  • 1 elegantes Oberteil: Seide oder Satin für besondere Anlässe

Unterteile (5 bis 7 Stück)

  • 2 Jeans: Eine dunkle Waschung (Straight oder Slim Fit), eine mittlere Waschung
  • 1 Stoffhose: In Schwarz oder Navy für formellere Anlässe
  • 1 Rock: Knie- oder Midi-Länge in einer neutralen Farbe
  • 1 bis 2 weitere Hosen: Je nach Bedarf eine Chino, eine Wide-Leg-Hose oder eine Leinenhose

Kleider (2 bis 3 Stück)

  • 1 Alltagskleid: Schlicht, in einer Basisfarbe, leicht zu kombinieren
  • 1 Abendkleid oder elegantes Kleid: Für besondere Anlässe, etwa das passende Outfit zu Weihnachten
  • 1 Sommerkleid (optional): Leicht und luftig, wie die aktuellen Sommerkleider-Trends

Jacken und Mäntel (3 bis 5 Stück)

  • 1 Blazer: In Schwarz oder Navy, der sowohl zum Rock als auch zur Jeans funktioniert
  • 1 Wintermantel: Hochwertig und zeitlos, denn er wird viele Jahre getragen. Mein Ratgeber zu Wintermänteln hilft bei der Auswahl
  • 1 Übergangsjacke: Trenchcoat, Lederjacke oder leichte Steppjacke
  • 1 Regenjacke (optional): Funktional und trotzdem stylisch
Farbpalette für die Capsule Wardrobe: Drei Basisfarben und zwei Akzentfarben bilden das Fundament
Farbpalette für die Capsule Wardrobe: Drei Basisfarben und zwei Akzentfarben bilden das Fundament

Schuhe (4 bis 6 Paar)

  • 1 Paar weiße Sneaker: Der Allrounder schlechthin. Mein Sneaker-Ratgeber für Damen bietet eine Übersicht über die besten Modelle
  • 1 Paar elegante flache Schuhe: Loafer oder Ballerinas
  • 1 Paar Stiefel oder Stiefeletten: Für Herbst und Winter
  • 1 Paar Pumps oder elegante Schuhe: Für formelle Anlässe
  • 1 Paar Sandalen (saisonal): Für den Sommer

Die richtige Farbpalette zusammenstellen

Die Farbpalette ist das Herzstück jeder Capsule Wardrobe. Ohne eine durchdachte Farbstrategie funktioniert selbst die beste Teileauswahl nicht. Die Formel, die sich in der Praxis am besten bewährt hat, ist das 3+2+1-System:

  • 3 Basisfarben (Neutraltöne): Schwarz, Weiß, Grau; oder Navy, Creme, Taupe; oder Dunkelbraun, Beige, Off-White
  • 2 Akzentfarben: Farben, die zu deinem Hautton passen und Persönlichkeit zeigen, etwa Bordeaux und Salbeigrün oder Cognac und Rostrot
  • 1 Statement-Farbe (optional): Ein kräftiger Ton wie Kobaltblau oder Smaragdgrün für besondere Akzente

Die Basisfarben sollten untereinander harmonieren, damit jedes Unterteil mit jedem Oberteil funktioniert. Das ist der Schlüssel zur 1-zu-5-Regel: Jedes Teil in deiner Capsule Wardrobe sollte sich mit mindestens fünf anderen Teilen kombinieren lassen. Wer sich einen Überblick über harmonische Farbkombinationen verschaffen möchte, kann das Farbkreis-Modell als Orientierung heranziehen.

Ein blauer Mantel, wie ich ihn in meinem Artikel über blaue Damenmäntel beschreibe, ist beispielsweise eine hervorragende Wahl als Akzentfarbe: Er passt zu Schwarz, Weiß, Grau, Beige und Creme und bringt trotzdem Farbe ins Spiel.

Siehe auch Polyester: wann er sinnvoll ist und wann man ihn meiden sollte

Schritt für Schritt: Capsule Wardrobe aufbauen

Jetzt wird es konkret. Mit diesen sieben Schritten baust du deine persönliche Capsule Wardrobe systematisch auf:

Schritt 1: Bestandsaufnahme machen

Räume deinen gesamten Kleiderschrank aus. Ja, wirklich alles. Sortiere in drei Kategorien: Behalten, Aussortieren und Vielleicht. Die „Vielleicht“-Teile kommen in eine Kiste, die du für 30 Tage beiseitelegst. Was du in dieser Zeit nicht vermisst, darf gehen.

Schritt 2: Deinen Stil definieren

Sammle Bilder von Outfits, die dich ansprechen, auf einer digitalen Pinnwand oder in einem Ordner auf deinem Handy. Nach 20 bis 30 Bildern wirst du klare Muster erkennen: Welche Farben, Schnitte und Materialien ziehen dich immer wieder an?

Schritt 3: Farbpalette festlegen

Wähle deine 3+2(+1) Farben basierend auf dem, was du in Schritt 2 herausgefunden hast und was zu deinem Hautunterton passt. Kalte Hauttypen greifen eher zu Blau, Grau und Silber; warme Hauttypen zu Braun, Beige und Gold.

Schritt 4: Lücken identifizieren

Vergleiche deine „Behalten“-Teile mit der Basisliste oben. Was fehlt? Was ist doppelt vorhanden? Erstelle eine Einkaufsliste mit maximal fünf bis acht Teilen, die du in den nächsten Wochen ergänzen möchtest.

Schritt 5: Qualität vor Quantität einkaufen

Investiere in hochwertige Materialien bei den Basics. Ein guter Kaschmirpullover kostet zwischen 80 und 200 Euro, hält aber bei richtiger Pflege fünf bis zehn Jahre. Eine günstige Synthetik-Alternative muss nach ein bis zwei Saisons ersetzt werden und kostet langfristig mehr. Marken wie S.Oliver oder Zara bieten solide Einstiegsoptionen für bestimmte Kategorien.

Schritt 6: Kombinationen testen

Lege alle Teile zusammen aus und probiere systematisch Kombinationen durch. Fotografiere jedes gelungene Outfit. So entsteht dein persönliches Outfit-Lookbook, das dir morgens die Entscheidung abnimmt.

Schritt 7: Saisonal anpassen

Alle drei Monate überprüfst du deine Capsule Wardrobe. Was hat sich bewährt? Was wurde nie getragen? Welche Lücken sind aufgefallen? Dieser Prozess wird mit jeder Saison einfacher und gezielter.

Die 5 häufigsten Fehler beim Aufbau einer Capsule Wardrobe

In über zehn Jahren Stilberatung habe ich diese Fehler immer wieder gesehen. Sie kosten nicht nur Geld, sondern auch Motivation:

Fehler 1: Alles auf einmal kaufen wollen. Wer seinen kompletten Kleiderschrank an einem Wochenende ersetzen möchte, gibt im Schnitt 300 bis 500 Euro für Teile aus, die am Ende doch nicht passen. Besser: Über zwei bis drei Monate schrittweise aufbauen.

Fehler 2: Zu viele Basisteile in Schwarz. Schwarz ist zwar ein Klassiker, aber ein Kleiderschrank, der nur aus Schwarz besteht, wirkt schnell eintönig. Mische Dunkelblau, Anthrazit und Taupe als Alternativen.

Fehler 3: Lifestyle ignorieren. Eine Capsule Wardrobe muss zu deinem tatsächlichen Alltag passen, nicht zu dem Leben, das du gerne hättest. Wer fünf Tage die Woche im Homeoffice arbeitet, braucht keine sechs Blusen, sondern bequeme, aber stylische Alternativen.

Fehler 4: Auf die Passform verzichten. Kein noch so hochwertiges Teil sieht gut aus, wenn es nicht richtig sitzt. Änderungsschneidereien sind eine lohnende Investition: Für 10 bis 30 Euro pro Teil verwandelst du ein gutes Kleidungsstück in ein perfekt sitzendes.

Fehler 5: Trends mit Basics verwechseln. Ein Trenchcoat ist ein Basic. Eine Oversized-Pufferjacke in Neongrün ist ein Trend. Trends dürfen Teil deiner Capsule Wardrobe sein, aber sie sollten als Akzentteile geplant werden, nicht als Grundlage.

Alltagstaugliches Capsule-Wardrobe-Outfit: Blazer, weißes Shirt und dunkle Jeans in Wien
Alltagstaugliches Capsule-Wardrobe-Outfit: Blazer, weißes Shirt und dunkle Jeans in Wien

Capsule Wardrobe nach Saison anpassen

Eine Capsule Wardrobe ist kein starres System, sondern ein lebendiges Konzept, das sich mit den Jahreszeiten verändert. In der Praxis hat sich das Zwei-Saison-Modell bewährt: eine Kapsel für Frühling und Sommer, eine für Herbst und Winter. Zwischen den Saisons tauschst du etwa 30 bis 40 Prozent der Teile aus.

Saison Typische Basics Saisonale Ergänzungen Teile zum Einlagern
Frühling/Sommer Weiße T-Shirts, Jeans, Blusen Leinenhose, Sommerkleid, Sandalen Wintermantel, dicke Pullover, Stiefel
Herbst/Winter Weiße T-Shirts, Jeans, Blusen Kaschmirpullover, Wintermantel, Stiefeletten Sandalen, Sommerkleider, Leinenhose

Beachte: Die Basisteile (weiße Shirts, gut sitzende Jeans, Blazer) bleiben ganzjährig im Schrank. Nur die saisonspezifischen Teile werden rotiert. So brauchst du pro Saison nur fünf bis acht neue oder getauschte Teile statt einer komplett neuen Garderobe.

Für den Wintermantel, der oft das teuerste Einzelteil ist, lohnt sich ein Blick auf Sale-Angebote bei Tommy Hilfiger oder Marc O’Polo im Sale: Hier sparst du bis zu 50 Prozent, wenn du antizyklisch einkaufst.

Budget und Nachhaltigkeit: Was kostet eine Capsule Wardrobe?

Die Kosten für den Aufbau einer Capsule Wardrobe hängen stark davon ab, wie viele Teile du bereits besitzt und welches Qualitätsniveau du anstrebst. Eine realistische Kalkulation für den Neuaufbau sieht so aus:

Kategorie Budget-Variante Mittlere Qualität Premium-Qualität
Oberteile (8 bis 10 Stück) 120 bis 200 Euro 250 bis 450 Euro 500 bis 900 Euro
Unterteile (5 bis 6 Stück) 100 bis 180 Euro 200 bis 350 Euro 400 bis 700 Euro
Kleider (2 bis 3 Stück) 60 bis 120 Euro 150 bis 300 Euro 300 bis 600 Euro
Jacken und Mäntel (3 bis 4 Stück) 150 bis 300 Euro 350 bis 600 Euro 700 bis 1.500 Euro
Schuhe (4 bis 5 Paar) 120 bis 200 Euro 250 bis 500 Euro 500 bis 1.000 Euro
Gesamt 550 bis 1.000 Euro 1.200 bis 2.200 Euro 2.400 bis 4.700 Euro

Diese Zahlen wirken zunächst hoch, relativieren sich aber schnell: Laut dem Statistikportal Statista gibt eine durchschnittliche Österreicherin rund 780 Euro pro Jahr für Bekleidung aus. Wer eine Capsule Wardrobe aufbaut und pflegt, investiert im ersten Jahr möglicherweise etwas mehr, spart aber ab dem zweiten Jahr erheblich, weil Fehlkäufe wegfallen und nur noch gezielt nachgekauft wird.

Der Nachhaltigkeitsaspekt ist dabei nicht zu unterschätzen: Laut Umweltbundesamt Österreich verursacht die Textilproduktion erhebliche Umweltbelastungen. Weniger, aber bewusster kaufen, ist einer der wirksamsten Hebel, den wir als Konsumentinnen haben. Wer auf langlebige Materialien wie Merinowolle, Bio-Baumwolle oder Tencel setzt, verlängert die Lebensdauer jedes Teils und reduziert den ökologischen Fußabdruck.

Capsule Wardrobe für verschiedene Lebensstile und Altersgruppen

Eine Capsule Wardrobe ist kein Einheitskonzept. Je nach Alter, Beruf und persönlichen Vorlieben sehen die idealen Zusammenstellungen sehr unterschiedlich aus.

Für Berufstätige im Büro

Der Schwerpunkt liegt auf Business-Casual-Teilen: Blazer, Blusen, Stoffhosen und elegante Schuhe machen hier den Großteil aus. Ergänzt wird mit lässigeren Teilen für die Freizeit. Ein hochwertiger Mantel, etwa ein Peuterey Damenmantel, rundet den professionellen Auftritt ab.

Für Mütter und aktive Frauen

Hier zählt Strapazierfähigkeit und Bewegungsfreiheit. Waschbare Materialien, dehnbare Stoffe und flache Schuhe stehen im Vordergrund. Trotzdem muss der Stil nicht leiden: Ein gut sitzender Wickelrock und ein schöner Kaschmirpullover sind genauso alltagstauglich wie Leggings.

Für Frauen über 50

Qualität und Passform werden mit zunehmendem Alter immer wichtiger. Investiere in hochwertige Stoffe, die fallen und nicht auftragen. Klassische Schnitte wie der gerade Hosenschnitt, der Midi-Rock und der strukturierte Blazer schmeicheln der Figur zeitlos. Der Schmuck spielt hier eine besonders wichtige Rolle als Akzent; mein Überblick zu den Schmuck-Trends 2024 gibt Inspirationen.

Für Studentinnen und kleine Budgets

Second-Hand ist hier dein bester Freund. Plattformen wie Vinted, Willhaben oder lokale Vintage-Shops bieten Markenqualität zu einem Bruchteil des Neupreises. Konzentriere dich auf maximal 25 Teile und ergänze gezielt über die Semester hinweg. Günstige Basics findest du bei New Yorker oder in den Sale-Aktionen etablierter Marken.

Das Wichtigste

  • Starte mit der 3-3-3-Regel (3 Oberteile, 3 Unterteile, 3 Schuhe) als einwöchigen Testlauf
  • Wähle eine Farbpalette aus 3 Basisfarben und 2 Akzentfarben, die zu deinem Hautton passen
  • Jedes Teil muss sich mit mindestens 5 anderen Teilen kombinieren lassen
  • Baue deine Capsule Wardrobe über 2 bis 3 Monate schrittweise auf statt alles auf einmal zu kaufen
  • Investiere in Änderungsschneiderei (10 bis 30 Euro pro Teil) für perfekte Passform

Häufig gestellte Fragen


Wie beginne ich mit dem Aufbau einer Capsule Wardrobe?

Beginne mit einer Bestandsaufnahme deines aktuellen Kleiderschranks. Sortiere alles aus, was du seit über einem Jahr nicht getragen hast. Definiere dann deine Farbpalette mit 3 Basisfarben und 2 Akzentfarben. Identifiziere die Lücken anhand der Basisteileliste und kaufe gezielt über 2 bis 3 Monate nach. Die 3-3-3-Regel (3 Oberteile, 3 Unterteile, 3 Schuhe für eine Woche) eignet sich perfekt als Einstiegstest.


Wie viele Pullover sollte man in einer Capsule Wardrobe haben?

Für eine gut funktionierende Capsule Wardrobe empfehle ich 2 bis 3 Pullover pro Saison. Im Herbst und Winter sollte es mindestens ein dünner Pullover für die Übergangszeit und ein dickerer für kalte Tage sein. Idealerweise sind beide in Basisfarben gehalten und aus hochwertigen Materialien wie Kaschmir oder Merinowolle gefertigt, damit sie viele Jahre halten.


Was besagt die 3-3-3-Regel für Kleidung?

Die 3-3-3-Regel ist eine Einstiegsmethode für die Capsule Wardrobe: Du wählst 3 Oberteile, 3 Unterteile und 3 Paar Schuhe aus deinem bestehenden Kleiderschrank und kleidest dich damit eine komplette Woche lang. Ziel ist es, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie wenig man tatsächlich braucht, und gleichzeitig zu testen, welche Kombinationen im Alltag funktionieren und welche nicht.


Was kostet es, eine Capsule Wardrobe komplett aufzubauen?

Die Kosten variieren stark je nach Qualitätsanspruch. Eine Budget-Variante mit rund 25 bis 30 Teilen ist ab etwa 550 bis 1.000 Euro realisierbar. Die mittlere Qualitätsstufe liegt bei 1.200 bis 2.200 Euro, während Premium-Qualität zwischen 2.400 und 4.700 Euro kostet. Wichtig: Du musst nicht alles auf einmal kaufen. Viele Teile besitzt du bereits, und der schrittweise Aufbau über mehrere Monate schont das Budget erheblich.


Kann ich eine Capsule Wardrobe auch nachhaltig aufbauen?

Absolut. Nachhaltigkeit und das Capsule-Konzept ergänzen sich perfekt. Setze auf langlebige Naturmaterialien wie Bio-Baumwolle, Merinowolle oder Tencel. Kaufe Second-Hand über Plattformen wie Vinted oder Willhaben. Investiere in zeitlose Schnitte statt in kurzlebige Trends. Lasse Kleidungsstücke bei der Änderungsschneiderei anpassen, statt neue zu kaufen. So sparst du langfristig bis zu 60 Prozent deines Modebudgets und reduzierst gleichzeitig deinen ökologischen Fußabdruck.


Wie passe ich meine Capsule Wardrobe an verschiedene Jahreszeiten an?

Am besten funktioniert das Zwei-Saison-Modell: eine Kapsel für Frühling und Sommer, eine für Herbst und Winter. Dabei bleiben etwa 60 bis 70 Prozent der Basics ganzjährig im Schrank (T-Shirts, Jeans, Blazer). Die restlichen 30 bis 40 Prozent werden saisonal getauscht, also Wintermantel und dicke Pullover gegen Leinenhose und Sommerkleid. So brauchst du pro Saison nur 5 bis 8 Teile zu tauschen statt einer komplett neuen Garderobe.


Lena Hofmann
Lena Hofmann

Modeberaterin und Stylistin aus Wien mit über 10 Jahren Erfahrung in der Modebranche. Lena teilt ihre Expertise zu Trends, Stil-Basics und nachhaltiger Mode für jeden Tag.

Quellen

  1. de.wikipedia.org
  2. de.statista.com

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