Second Hand Mode: Die besten Plattformen und Tipps

Als Modeberaterin werde ich oft gefragt, ob Second Hand Mode wirklich eine echte Alternative zum Neukauf ist. Meine Antwort nach über zehn Jahren in der Branche: Absolut, und zwar mehr denn je. Der Markt für gebrauchte Kleidung hat sich in den letzten Jahren so stark professionalisiert, dass du heute Designerstücke, Vintage-Schätze und hochwertige Basics findest, die in Qualität und Stil mit Neuware locker mithalten. In diesem umfassenden Ratgeber zeige ich dir die besten Plattformen, verrate meine persönlichen Tipps aus der Praxis und erkläre, warum Second Hand Mode nicht nur deinen Geldbeutel, sondern auch die Umwelt schont.

In diesem Artikel

  • Der Second Hand Modemarkt wächst jährlich um 15 bis 20 Prozent und erreicht 2026 weltweit über 350 Milliarden Euro Umsatz
  • Die besten Online-Plattformen im Vergleich: von Vestiaire Collective bis Sellpy mit Preisübersicht und Bewertung
  • Mit gebrauchter Kleidung sparst du durchschnittlich 50 bis 70 Prozent gegenüber dem Neupreis
  • Wiener Second Hand Shops bieten kuratierte Designermode ab 15 Euro pro Stück
  • Ein Second Hand Kauf spart im Schnitt 3,6 kg CO₂ pro Kleidungsstück gegenüber Neuproduktion
  • Meine 5-Punkte-Checkliste hilft dir, Qualität und Zustand vor dem Kauf sicher einzuschätzen

Warum Second Hand Mode gerade so boomt

Der Second Hand Modemarkt erlebt einen beispiellosen Aufschwung. Laut dem Wikipedia-Artikel zur Secondhandkleidung hat sich das Bewusstsein für nachhaltige Mode in den letzten Jahren grundlegend verändert. Was früher als Notlösung galt, ist heute ein bewusster Lifestyle-Entscheid. In meiner täglichen Arbeit als Stylistin merke ich das deutlich: Immer mehr Kundinnen kommen gezielt mit dem Wunsch, ihren Kleiderschrank nachhaltiger zu gestalten.

Mehrere Faktoren treiben diesen Trend an. Die steigende Inflation hat viele Menschen dazu gebracht, beim Modekauf umzudenken. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für die Umweltauswirkungen der Fast Fashion Industrie. Die Textilindustrie ist für etwa 10 Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen verantwortlich, mehr als der internationale Flugverkehr und die Schifffahrt zusammen. Wer sich für gebrauchte Kleidung entscheidet, leistet also einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz.

Dazu kommt der Reiz des Besonderen. Second Hand Mode bietet die Möglichkeit, einzigartige Stücke zu finden, die nicht jeder hat. Gerade in einer Zeit, in der Fast Fashion dafür sorgt, dass alle gleich aussehen, ist das ein unschätzbarer Vorteil. Wenn du dich für einen minimalistischen Stil interessierst, ist Second Hand der ideale Weg, um wenige, aber dafür besondere Teile zu besitzen.

Kuratierte Second Hand Stücke für eine nachhaltige Capsule Wardrobe
Kuratierte Second Hand Stücke für eine nachhaltige Capsule Wardrobe

Die besten Online-Plattformen für Second Hand Mode

Die Auswahl an Online-Plattformen für gebrauchte Mode ist mittlerweile riesig. Damit du den Überblick behältst, habe ich die wichtigsten Plattformen getestet und verglichen. Jede hat ihre Stärken, und die richtige Wahl hängt davon ab, was du suchst und wie viel du ausgeben möchtest.

Plattform Schwerpunkt Preisbereich Versand nach Österreich Authentifizierung
Vestiaire Collective Designer und Luxus 30 bis 5.000+ Euro Ja, ab 12 Euro Ja, bei Artikeln über 100 Euro
Sellpy Alltagsmode, breites Sortiment 3 bis 200 Euro Ja, ab 4,90 Euro Nein
momox fashion Markenmode, geprüfte Qualität 5 bis 300 Euro Ja, ab 0 Euro (ab 30 Euro Bestellwert) Qualitätsprüfung im Lager
Mädchenflohmarkt Damenmode, Community 5 bis 500 Euro Ja, variabel Nein, aber verifizierte Verkäuferinnen
Buddy & Selly Luxusmarken, An- und Verkauf 20 bis 3.000 Euro Ja, Standort Wien Ja, vollständig
Vinted Alltag, breites Sortiment 1 bis 500 Euro Ja, ab 3,90 Euro Nein

Vestiaire Collective ist meine erste Wahl, wenn es um Designermode geht. Die Plattform prüft Artikel über 100 Euro auf Echtheit, was gerade bei Luxusmarken ein enormer Vorteil ist. Hier findest du Handtaschen, Schuhe und Kleidung von Marken wie Chanel, Gucci oder Prada zu einem Bruchteil des Originalpreises. Wer sich für aktuelle Handtaschen Trends 2026 interessiert, wird hier oft fündig.

Sellpy hingegen ist perfekt für den Alltagseinkauf. Die Plattform, eine Tochter von H&M, bietet ein riesiges Sortiment an gebrauchter Kleidung zu sehr fairen Preisen. Was mir besonders gefällt: Jedes Teil wird fotografiert, beschrieben und qualitätsgeprüft, bevor es online geht. Das macht das Einkaufen fast so bequem wie im regulären Onlineshop.

momox fashion besticht durch ein kuratiertes Sortiment und kostenfreien Versand ab 30 Euro. Die Plattform kauft Kleidung an, prüft sie im eigenen Lager und verkauft sie weiter. Das Ergebnis: verlässliche Qualität ohne böse Überraschungen.

Second Hand Shops in Wien und Österreich

Online-Plattformen sind praktisch, aber nichts ersetzt das Erlebnis, in einem gut sortierten Second Hand Laden zu stöbern. Wien hat in dieser Hinsicht einiges zu bieten, und ich möchte dir meine persönlichen Favoriten vorstellen.

Im ersten Bezirk findest du hochwertige Designer-Second-Hand-Boutiquen, die kuratierte Kollektionen von Luxusmarken anbieten. Die Preise liegen hier höher als bei Flohmärkten, dafür ist die Qualität garantiert und die Beratung erstklassig. Wenn du nach einem besonderen Date Outfit suchst, wirst du hier garantiert fündig.

Der Naschmarkt-Flohmarkt am Samstag ist eine Wiener Institution. Hier mischen sich Vintage-Schätze mit Antiquitäten und Kuriositäten. Ich empfehle, früh zu kommen (am besten vor 8 Uhr) und gezielt nach bestimmten Stücken zu suchen. Mein Tipp: Lederjacken, Seidenblusen und Wollmäntel gibt es hier oft zu Schnäppchenpreisen ab 10 Euro.

Abseits von Wien lohnt sich ein Blick auf die wachsende Second Hand Szene in Graz, Salzburg und Linz. Viele kleinere Städte haben mittlerweile eigene Vintage-Läden und Kleidertauschbörsen. Auch Flohmärkte und Pfarrbasare sind nach wie vor hervorragende Quellen für günstige, gut erhaltene Kleidung. Wer Kleidung für besondere Anlässe sucht, etwa Geschäfte für Abendkleider, wird überrascht sein, welche Schätze sich im Second Hand Bereich verbergen.

Qualität erkennen: Meine Tipps für den perfekten Kauf

Einer der häufigsten Bedenken beim Second Hand Kauf ist die Qualität. In meiner langjährigen Erfahrung habe ich eine einfache Checkliste entwickelt, die mir bei jedem Kauf hilft, und die ich dir gerne weitergebe.

1. Nähte prüfen: Hochwertige Kleidung erkennst du an geraden, gleichmäßigen Nähten. Ziehe vorsichtig an den Nähten, sie sollten sich nicht öffnen oder ausdünnen. Doppelte Nähte an Schultern und Seitennähten sind ein Qualitätsmerkmal.

2. Stoff fühlen und inspizieren: Halte den Stoff gegen das Licht. Dünne Stellen, Pilling oder kleine Löcher werden so sichtbar. Bei Wolle und Kaschmir ist leichtes Pilling normal und lässt sich mit einem Fusselrasierer leicht entfernen.

3. Reißverschlüsse und Knöpfe testen: Öffne und schließe alle Reißverschlüsse. Prüfe, ob alle Knöpfe vorhanden und fest angenäht sind. Fehlende Knöpfe sind kein Ausschlusskriterium, wenn du sie leicht ersetzen kannst.

4. Pflegeetiketten lesen: Das Pflegeetikett verrät dir nicht nur die Materialzusammensetzung, sondern auch, wie aufwendig die Pflege ist. Ein Kleidungsstück, das nur chemisch gereinigt werden kann, verursacht auf Dauer höhere Kosten.

5. Geruchstest: Dieser Punkt wird oft unterschätzt. Rieche am Kleidungsstück, besonders unter den Armen. Unangenehme Gerüche, die sich nach dem Waschen nicht entfernen lassen, sind ein Grund, das Stück liegen zu lassen.

Qualitätsprüfung beim Second Hand Kauf: Nähte und Stoff genau inspizieren
Qualitätsprüfung beim Second Hand Kauf: Nähte und Stoff genau inspizieren

Beim Online-Kauf kannst du nicht alle diese Tests durchführen. Deshalb rate ich dir, besonders auf detaillierte Fotos und genaue Beschreibungen zu achten. Seriöse Plattformen zeigen Nahaufnahmen von eventuellen Mängeln. Scheue dich nicht, bei Privatverkäufen zusätzliche Fotos anzufordern.

Second Hand Designermode und Luxusstücke finden

Für viele ist der Einstieg in die Welt der Designermode über Second Hand der sinnvollste Weg. Eine Chanel-Tasche, die neu 8.000 Euro und mehr kostet, findest du gebraucht in gutem Zustand oft für 3.000 bis 4.500 Euro. Das ist immer noch viel Geld, aber die Wertbeständigkeit macht es zu einer echten Investition.

Laut dem österreichischen Bundesministerium für Klimaschutz ist nachhaltiger Konsum ein zentraler Baustein der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie. Wer hochwertige Designerstücke Second Hand kauft, verlängert deren Lebenszyklus erheblich und handelt damit im Sinne der Kreislaufwirtschaft.

Meine Empfehlungen für den Designerkauf:

  • Klassiker bevorzugen: Zeitlose Stücke wie der Burberry Trenchcoat, die Hermès Birkin oder ein Maxmara Wollmantel verlieren kaum an Wert. Wer sich für warme Damenmäntel interessiert, findet im Second Hand Bereich besonders viele hochwertige Optionen.
  • Echtheitszertifikate verlangen: Bei teuren Stücken solltest du immer auf Authentifizierung bestehen. Plattformen wie Vestiaire Collective und Buddy & Selly bieten diesen Service standardmäßig an.
  • Saisonale Schwankungen nutzen: Wintermäntel sind im Frühjahr günstiger, Sommerkleider im Herbst. Wer antizyklisch kauft, spart zusätzlich 20 bis 30 Prozent.
  • Vintage als Wertanlage: Bestimmte Vintage-Stücke aus den 80er und 90er Jahren, etwa von Versace, Thierry Mugler oder Jean Paul Gaultier, steigen kontinuierlich im Wert.

Auch bei der Wintermode 2026 lässt sich vieles aus dem Second Hand Bereich ergänzen. Hochwertige Wollpullover, Kaschmirschals und Lederstiefel sind Stücke, die jahrelang halten und gebraucht oft günstiger zu bekommen sind.

Nachhaltigkeit: Zahlen und Fakten zur Second Hand Mode

Ich möchte dir die konkreten Auswirkungen von Second Hand Mode auf die Umwelt mit Zahlen verdeutlichen, denn das Thema Nachhaltigkeit ist mehr als nur ein Trend.

Die Herstellung eines einzigen Baumwoll-T-Shirts verbraucht laut der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 rund 2.700 Liter Wasser. Das entspricht dem Trinkwasserverbrauch einer Person für zweieinhalb Jahre. Bei einer Jeans sind es sogar bis zu 8.000 Liter. Wer Second Hand kauft, spart diese Ressourcen vollständig ein.

Hier einige weitere eindrucksvolle Zahlen:

  • Jede Österreicherin besitzt im Schnitt 60 bis 80 Kleidungsstücke, wovon viele selten oder nie getragen werden
  • Pro Jahr landen in Österreich geschätzt 120.000 Tonnen Textilien im Müll
  • Ein Second Hand Kauf verlängert die Lebensdauer eines Kleidungsstücks um durchschnittlich 2 bis 3 Jahre
  • Die CO₂-Ersparnis pro gebrauchtem Kleidungsstück beträgt rund 3,6 Kilogramm

Diese Zahlen zeigen deutlich: Second Hand Mode ist einer der einfachsten und wirkungsvollsten Schritte zu einem nachhaltigeren Lebensstil. Besonders in Kombination mit einer durchdachten Garderobe, wie ich sie im Bereich Casual Outfit für Damen beschreibe, ergibt sich ein stimmiges, nachhaltiges Gesamtkonzept.

Nachhaltig und stilvoll: Ein komplettes Outfit aus Second Hand Stücken in Wien
Nachhaltig und stilvoll: Ein komplettes Outfit aus Second Hand Stücken in Wien

Eigene Kleidung verkaufen und Geld verdienen

Second Hand Mode funktioniert in beide Richtungen. Wenn du deinen Kleiderschrank ausmistest, kannst du mit dem Verkauf nicht nur Platz schaffen, sondern auch ein ansehnliches Nebeneinkommen erzielen. In meiner Beratung erlebe ich regelmäßig, dass Kundinnen beim Ausmisten Stücke finden, die 50 bis 200 Euro wert sind.

Meine besten Tipps für erfolgreiches Verkaufen:

Fotos machen den Unterschied. Fotografiere deine Kleidungsstücke bei Tageslicht, am besten an einem Kleiderbügel oder flach auf einem neutralen Untergrund. Zeige Details wie Etiketten, besondere Merkmale und eventuelle Mängel. Gute Fotos können den Verkaufspreis um bis zu 40 Prozent steigern.

Ehrliche Beschreibungen schaffen Vertrauen. Beschreibe den Zustand genau, inklusive eventueller Gebrauchsspuren. Gib die exakte Größe, Materialzusammensetzung und Pflegehinweise an. Je mehr Informationen, desto weniger Rückfragen und Retouren.

Die richtige Plattform wählen. Für Designerstücke eignen sich Vestiaire Collective oder Buddy & Selly. Alltagskleidung verkauft sich gut über Vinted oder den Mädchenflohmarkt. Wer keine Lust auf den Aufwand hat, kann Dienste wie Sellpy nutzen, die den gesamten Verkaufsprozess übernehmen, allerdings bei niedrigerer Marge.

Preisgestaltung realistisch halten. Als Faustregel gilt: Gebrauchte Kleidung in gutem Zustand lässt sich für 20 bis 40 Prozent des Neupreises verkaufen. Designerstücke und Vintage-Raritäten können deutlich darüber liegen. Recherchiere vergleichbare Angebote, bevor du deinen Preis festlegst.

Wenn du dich fragst, welche Stücke sich am besten verkaufen lassen: Lederwaren, Markenschuhe, Designerhandtaschen und gut erhaltene Basics sind die Dauerbrenner. Auch zeitlose Mode für Frauen über 40 und elegante Stücke für Frauen über 50 sind im Second Hand Bereich sehr gefragt.

Capsule Wardrobe mit Second Hand aufbauen

Eine Capsule Wardrobe, also eine bewusst reduzierte Garderobe aus vielseitig kombinierbaren Teilen, lässt sich hervorragend über Second Hand aufbauen. Ich empfehle meinen Kundinnen regelmäßig diesen Ansatz, weil er Nachhaltigkeit und Stil perfekt verbindet.

Für eine funktionale Capsule Wardrobe brauchst du 30 bis 40 Teile, die untereinander kombinierbar sind. Der Aufbau über Second Hand hat dabei gleich mehrere Vorteile: Du sparst erheblich Geld, findest einzigartige Stücke und handelst nachhaltig. Hier ist mein empfohlener Aufbau:

  • 5 bis 7 Oberteile: Zwei bis drei weiße und schwarze Basics, dazu zwei bis drei in deinen Lieblingsfarben. Second Hand Preise: 5 bis 25 Euro pro Stück
  • 3 bis 4 Hosen: Eine dunkle Jeans, eine helle Jeans, eine Stoffhose. Second Hand Preise: 10 bis 40 Euro pro Stück
  • 2 bis 3 Röcke oder Kleider: Ein Alltagskleid, ein eleganteres Stück für Anlässe. Second Hand Preise: 15 bis 60 Euro pro Stück
  • 3 bis 4 Jacken und Mäntel: Eine Übergangsjacke, ein Wintermantel, ein Blazer. Second Hand Preise: 20 bis 100 Euro pro Stück
  • Accessoires: Schals, Gürtel, eine gute Handtasche. Second Hand Preise: 5 bis 150 Euro pro Stück

Gesamtbudget für eine vollständige Capsule Wardrobe über Second Hand: 250 bis 800 Euro. Zum Vergleich: Dieselbe Garderobe mit Neuware würde dich je nach Marken 1.000 bis 3.000 Euro kosten. Die Ersparnis ist also erheblich.

Bei der Zusammenstellung einer Capsule Wardrobe ist es wichtig, auf zeitlose Schnitte und neutrale Farben zu setzen. Inspiration dafür findest du auch bei Pinterest Outfit Inspiration, wo du gezielt nach Second Hand Capsule Wardrobe Ideen suchen kannst.

Das Wichtigste

  • Nutze Plattformen mit Qualitätsprüfung wie momox fashion oder Vestiaire Collective, um Fehlkäufe zu vermeiden
  • Prüfe vor jedem Kauf Nähte, Stoff, Reißverschlüsse, Pflegeetiketten und Geruch mit der 5-Punkte-Checkliste
  • Kaufe Designerstücke antizyklisch (Wintermäntel im Frühling, Sommerkleider im Herbst) für 20 bis 30 Prozent Extra-Rabatt
  • Eine vollständige Capsule Wardrobe lässt sich über Second Hand für 250 bis 800 Euro aufbauen, das ist bis zu 70 Prozent günstiger als Neuware
  • Jeder Second Hand Kauf spart durchschnittlich 3,6 kg CO₂ und tausende Liter Wasser gegenüber Neuproduktion

Häufig gestellte Fragen


Wie erkenne ich gefälschte Designerware im Second Hand Bereich?

Achte auf die Verarbeitungsqualität: Gleichmäßige Nähte, hochwertiges Material und korrekte Logos sind entscheidend. Bei teuren Stücken empfehle ich, ausschließlich über Plattformen mit Echtheitsprüfung zu kaufen, wie Vestiaire Collective oder Buddy & Selly. Prüfe außerdem Seriennummern, Staubbeutel und Zertifikate. Im Zweifelsfall kannst du auch unabhängige Authentifizierungsdienste beauftragen, die ab etwa 15 Euro pro Stück prüfen.


Ist Second Hand Kleidung hygienisch unbedenklich?

Ja, wenn du sie vor dem ersten Tragen wäschst. Die meisten Keime und Bakterien werden bei einer normalen Wäsche bei 40 Grad zuverlässig abgetötet. Bei empfindlichen Materialien wie Seide oder Wolle reicht oft schon das Auslüften an der frischen Luft über Nacht oder eine schonende Handwäsche. Professionelle Plattformen reinigen die Kleidung zudem vor dem Versand.


Welche Kleidungsstücke sollte ich lieber nicht Second Hand kaufen?

Unterwäsche und Badebekleidung kaufe ich aus hygienischen Gründen grundsätzlich neu. Bei Sportschuhen ist Vorsicht geboten, da die Dämpfung mit der Zeit nachlässt und eine abgelaufene Sohle zu Fehlbelastungen führen kann. Auch stark beanspruchte Funktionskleidung wie Regenjacken verliert mit der Zeit ihre wasserabweisenden Eigenschaften. Bei allen anderen Kategorien, von Mänteln über Kleider bis hin zu Accessoires, ist Second Hand eine hervorragende Wahl.


Wie viel Geld kann ich durch Second Hand Mode tatsächlich sparen?

Die Ersparnis liegt je nach Marke und Zustand zwischen 50 und 70 Prozent gegenüber dem Neupreis. Bei Designermode kann die Ersparnis sogar noch höher ausfallen: Eine Handtasche, die neu 2.000 Euro kostet, findest du gebraucht oft für 600 bis 900 Euro. Auf das Jahr gerechnet können Kundinnen, die konsequent Second Hand kaufen, leicht 500 bis 1.500 Euro einsparen, je nachdem wie viel sie sonst für Mode ausgeben würden.


Welche Second Hand Plattform eignet sich am besten für Einsteigerinnen?

Für den Einstieg empfehle ich Sellpy oder momox fashion. Beide Plattformen bieten ein Einkaufserlebnis, das herkömmlichen Onlineshops sehr ähnelt: Die Kleidung ist professionell fotografiert, genau beschrieben und qualitätsgeprüft. Retouren sind unkompliziert möglich. Wer sich erstmal langsam herantasten möchte, kann mit günstigen Basics ab 3 bis 5 Euro starten und sich von dort aus vorarbeiten.


Kann ich Second Hand Mode auch für besondere Anlässe wie Hochzeiten oder Galas finden?

Absolut. Gerade für besondere Anlässe ist Second Hand eine fantastische Option. Designerabendkleider, die neu mehrere hundert Euro kosten, findest du gebraucht oft für einen Bruchteil des Preises. In Wien gibt es spezialisierte Second Hand Boutiquen, die sich auf Anlassmode konzentrieren. Auch online wirst du bei Vestiaire Collective und dem Mädchenflohmarkt fündig. Der große Vorteil: Du trägst ein hochwertiges Einzelstück, das sonst niemand auf der Veranstaltung hat.


Lena Hofmann
Lena Hofmann

Modeberaterin und Stylistin aus Wien mit über 10 Jahren Erfahrung in der Modebranche. Lena teilt ihre Expertise zu Trends, Stil-Basics und nachhaltiger Mode für jeden Tag.