In diesem Artikel
- Die Mode der 50er Jahre setzt auf betonte Taillen, schwingende Röcke und feminine Silhouetten, die bis heute als Stilikonen gelten
- Ein authentisches Rockabilly-Outfit lässt sich bereits ab 80 bis 200 Euro zusammenstellen, je nach Qualität und Herkunft der Stücke
- Der ikonische Petticoat-Rock benötigt mindestens 3 bis 5 Lagen Tüll, um den typischen Schwung der Epoche zu erzeugen
- Moderne Interpretationen der 50er-Jahre-Mode lassen sich problemlos in den Alltag integrieren, ohne verkleidet zu wirken
- Nachhaltige Vintage-Stücke aus den 50ern sind heute begehrte Sammlerobjekte mit Preisen von 150 bis über 1.000 Euro pro Originalkleid
- Die wichtigsten Stoffe der Epoche waren Baumwolle, Taft, Seide und Organza, die auch heute noch für hochwertige Retro-Mode verwendet werden
Inhaltsverzeichnis
- Die Geschichte der Mode der 50er Jahre: Vom Nachkriegsstil zur Glamour-Ära
- Die ikonischen Silhouetten und Schnitte der 1950er
- Rockabilly Style: Der rebellische Zweig der 50er-Mode
- Petticoat richtig stylen: Vom Unterrock zum Statement-Piece
- Stoffe, Farben und Muster der 50er Jahre
- Mode der 50er Jahre heute tragen: Moderne Interpretationen
- Den perfekten 50er-Look nach Figurtyp zusammenstellen
- Budget und Einkaufsguide: Von Vintage bis Neuware
- Accessoires der 50er Jahre: Das gewisse Etwas
Als Modeberaterin in Wien begegne ich der Mode der 50er Jahre auf Schritt und Tritt: in den Vintage-Boutiquen der Josefstadt, auf dem Naschmarkt-Flohmarkt und vor allem in den Kleiderschränken meiner Kundinnen. Kaum eine Epoche hat die Damenmode so nachhaltig geprägt wie die 1950er Jahre. Christian Dior revolutionierte mit seinem legendären New Look die Silhouette, und Ikonen wie Audrey Hepburn, Grace Kelly und Marilyn Monroe definierten einen Glamour, der bis heute unübertroffen ist.
Was mich an der 50er-Jahre-Mode besonders fasziniert: Sie feiert Weiblichkeit in all ihren Facetten, ohne dabei an Komfort oder Alltagstauglichkeit einzubüßen. In meiner über zehnjährigen Karriere als Stylistin habe ich hunderten Frauen geholfen, Elemente dieser zeitlosen Ära in ihren modernen Stil zu integrieren. In diesem Artikel teile ich mein gesamtes Wissen darüber, wie auch du die Eleganz der 50er für dich entdecken kannst.
Die Geschichte der Mode der 50er Jahre: Vom Nachkriegsstil zur Glamour-Ära
Nach den entbehrungsreichen Kriegsjahren sehnten sich die Menschen nach Schönheit, Luxus und einem Neuanfang. Genau dieses Gefühl griff Christian Dior auf, als er am 12. Februar 1947 seine erste Kollektion in Paris vorstellte. Sein „New Look“ mit schmaler Taille, weichen Schultern und weit schwingenden Röcken war das genaue Gegenteil der kriegsbedingten Sparsilhouette. Die Modejournalistin Carmel Snow vom Harper’s Bazaar soll ausgerufen haben: „It’s such a new look!“
In Österreich und Deutschland kam dieser Trend mit einer leichten Verzögerung an. Erst Anfang der 1950er Jahre wurde der New Look in Wien, München und Hamburg salonfähig. Stoff war wieder verfügbar, die Wirtschaft wuchs, und Frauen investierten erstmals seit Jahren wieder in ihre Garderobe. Parallel dazu entwickelte sich in den USA die Rockabilly-Bewegung, die den eleganten Look mit einer rebellischen Note verband.
Die Mode der 50er Jahre war auch eng mit gesellschaftlichen Veränderungen verknüpft. Frauen definierten ihre Rolle neu, pendelten zwischen Hausfrauen-Ideal und ersten Schritten in die berufliche Selbstständigkeit. Diese Dualität spiegelte sich in der Mode wider: tagsüber das praktische Hemdblusenkleid, abends das glamouröse Cocktailkleid.
Die ikonischen Silhouetten und Schnitte der 1950er
Die Mode der 50er Jahre lässt sich in mehrere Schlüssel-Silhouetten unterteilen, die jeweils unterschiedliche Anlässe und Körpertypen bedienen. Als Stylistin empfehle ich meinen Kundinnen zunächst, die verschiedenen Schnittformen zu verstehen, bevor sie in den Stil investieren.
Die Sanduhr-Silhouette ist das Herzstück der 50er-Mode. Die Taille wird betont, der Rock schwingt ab der Hüfte nach außen, und die Schultern bleiben weich und natürlich. Dieser Schnitt schmeichelt besonders Frauen mit kurviger Figur, kann aber mit dem richtigen Gürtel und Schnitt jede Körperform betonen.
Daneben war die Bleistiftrock-Silhouette ein Favorit für Business und formelle Anlässe. Eng anliegend, knielang und oft mit einem kleinen Gehschlitz versehen, verkörperte sie die elegante, moderne Frau. Audrey Hepburn machte diese Linie in Filmen wie „Sabrina“ weltberühmt.

Die dritte wichtige Form war das Trapez- oder A-Linien-Kleid, das gegen Ende der Dekade aufkam. Es fiel locker von den Schultern ab und bot mehr Bewegungsfreiheit, ohne auf Eleganz zu verzichten. Diese Silhouette eignet sich hervorragend für Frauen, die eine komfortable Passform in größeren Größen suchen.
| Silhouette | Merkmale | Ideal für | Typische Anlässe | Preis (Neuware) |
|---|---|---|---|---|
| Sanduhr / Fit & Flare | Betonte Taille, weiter Rock | Alle Figurtypen | Alltag, Dates, Feiern | 60–180 € |
| Bleistiftrock | Eng, knielang, feminin | Schlanke und kurvige Figuren | Büro, formelle Events | 40–120 € |
| A-Linie / Trapez | Locker fallend, bequem | Alle Figurtypen, besonders Plus Size | Freizeit, Brunch, Shopping | 50–150 € |
| Swing-Kleid | Maximal weiter Rock, oft mit Petticoat | Petite bis Standardgrößen | Tanzabende, Vintage-Events | 80–250 € |
| Wickelkleid | Seitlich gebunden, V-Ausschnitt | Kurvige Figuren, großer Busen | Büro, Dinner, Hochzeiten | 70–200 € |
Rockabilly Style: Der rebellische Zweig der 50er-Mode
Wenn die klassische 50er-Mode die brave Seite der Dekade repräsentiert, ist der Rockabilly Style ihr wilder Zwilling. Entstanden in der amerikanischen Subkultur rund um Rock’n’Roll, Elvis Presley und schnelle Autos, verbindet Rockabilly die femininen Schnitte der 50er mit einer Prise Rebellion.
In meiner Beratungspraxis stelle ich fest, dass Rockabilly der beliebteste Einstieg in die 50er-Jahre-Mode ist. Das liegt daran, dass der Stil klar definierte Codes hat, die leicht umzusetzen sind: Polka Dots, Kirschen-Prints, Bandanas, rote Lippen und Cat-Eye-Sonnenbrillen. Diese Elemente sind sofort erkennbar und machen Spaß.
Der typische Rockabilly-Look für Frauen besteht aus einem Swing-Kleid oder einer Kombination aus High-Waist-Jeans und Knoten-Bluse. Dazu Plateau-Pumps oder Creepers, ein breiter Gürtel und das Haar entweder in Victory Rolls oder einem Bandana-Tuch. Für Anfängerinnen empfehle ich, mit einem einzigen Rockabilly-Stück zu beginnen und es mit modernen Basics zu kombinieren, statt den vollen Look auf einmal zu tragen.
Besonders in Wien gibt es eine lebendige Rockabilly-Szene mit regelmäßigen Events wie dem Rock’n’Roll Weekend und spezialisierten Vintage-Shops im 6. und 7. Bezirk. Wer sich für die Verbindung von Streetstyle und Subkultur interessiert, findet hier reichlich Inspiration.
Petticoat richtig stylen: Vom Unterrock zum Statement-Piece
Kein Element verkörpert die Mode der 50er Jahre so ikonisch wie der Petticoat. Ursprünglich als Unterrock konzipiert, um Röcken mehr Volumen zu verleihen, wurde er im Laufe der Dekade zum eigenständigen Modeelement. Heute ist der Petticoat das ultimative Styling-Tool für jeden authentischen 50er-Look.
Die Wahl des richtigen Petticoats hängt von mehreren Faktoren ab. Für den maximalen Swing-Effekt empfehle ich einen Petticoat mit mindestens drei bis fünf Lagen Tüll und einer Länge, die etwa 2 bis 3 Zentimeter kürzer ist als der darüber getragene Rock. Die Farbauswahl richtet sich nach dem Outfit: Weiß und Schwarz sind Klassiker, aber farbige Petticoats in Rot, Pink oder Türkis setzen aufregende Akzente.

Für den Alltag rate ich zu einem leichteren Petticoat mit ein bis zwei Lagen, der dezent mehr Volumen gibt, ohne aufzufallen. Bei Vintage-Events oder Tanzabenden darf es dann der volle, bauschige Petticoat sein. Ein häufiger Fehler, den ich bei meinen Kundinnen beobachte: Der Petticoat sollte unter dem Rocksaum enden, nicht darunter hervorschauen, es sei denn, das ist ein bewusster Styling-Effekt.
Ein praktischer Tipp aus meiner Erfahrung: Investiere in einen hochwertigen Petticoat aus weichem Nylon-Tüll statt billigem Polyester. Er kratzt weniger, hält seine Form besser und lässt sich angenehmer tragen. Gute Modelle kosten zwischen 30 und 80 Euro und halten bei richtiger Pflege jahrelang.
Stoffe, Farben und Muster der 50er Jahre
Die Materialwahl der 50er Jahre spiegelt den Zeitgeist wider: Nach Jahren des Mangels waren wieder hochwertige Stoffe verfügbar, und Designerinnen nutzten sie ausgiebig. Baumwolle dominierte den Alltag, während Seide, Taft und Organza für festliche Anlässe reserviert waren. Mit dem Aufkommen synthetischer Fasern wie Nylon und Polyester in der zweiten Hälfte der Dekade wurden Kleidungsstücke pflegeleichter und erschwinglicher.
Die Farbpalette der 50er war erstaunlich vielfältig. Pastelltöne wie Puderrosa, Babyblau, Mintgrün und Zitronengelb dominierten die Sommermode, während im Herbst und Winter tiefe Töne wie Burgunder, Waldgrün, Marineblau und Schokobraun den Ton angaben. Schwarz war selbstverständlich ein Dauerbrenner, besonders für das kleine Schwarze, das in den 50ern seinen Siegeszug fortsetzte.
Bei den Mustern gibt es Klassiker, die sofort „50er Jahre“ rufen: Polka Dots in jeder Größe und Farbkombination, florale Prints mit großen Blüten, Vichy-Karo (Gingham) und geometrische Muster. Für einen authentischen Look empfehle ich, maximal ein gemustertes Teil pro Outfit zu tragen und den Rest einfarbig zu halten. Wer sich für das Konzept einer minimalistischen Garderobe interessiert, kann mit wenigen 50er-Schlüsselstücken erstaunlich viele Looks kreieren.
Besonders im Bereich nachhaltiger Mode lohnt sich die Auseinandersetzung mit den Stoffen der 50er: Naturfasern wie Baumwolle und Seide sind biologisch abbaubar und fühlen sich auf der Haut deutlich angenehmer an als reine Kunstfasern.
Mode der 50er Jahre heute tragen: Moderne Interpretationen
Die häufigste Frage, die mir meine Kundinnen stellen: „Wie trage ich 50er-Jahre-Mode, ohne wie auf dem Weg zu einer Kostümparty auszusehen?“ Die Antwort liegt im gezielten Mixen von Vintage-Elementen mit modernen Teilen.
Mein bewährter Ansatz folgt der 70/30-Regel: 70 Prozent des Outfits bestehen aus modernen, zeitgenössischen Stücken, und 30 Prozent sind vom 50er-Stil inspiriert. Konkret bedeutet das: Ein Swing-Rock im 50er-Schnitt wird mit einem schlichten, modernen Strickpullover und minimalistischen Sneakers kombiniert. Oder ein Polka-Dot-Kleid wird mit einer Lederjacke und derben Boots in die Gegenwart geholt.
Für den Büroalltag eignen sich besonders Bleistiftröcke in der 50er-Taille-Höhe, kombiniert mit einer modernen Bluse. Der Look ist professionell, feminin und hebt sich von der üblichen Office-Mode ab. Für Tipps zu professionellen Looks empfehle ich meinen Artikel über Business Outfits für Damen.
Für festliche Anlässe wie Hochzeiten ist die 50er-Mode geradezu prädestiniert. Ein knielanges Swing-Kleid in einer zarten Pastellfarbe mit passenden Pumps und einer kleinen Clutch ist das perfekte Outfit als Hochzeitsgast. Es ist elegant, fotogeeignet und bequem genug zum Tanzen.

Ein weiterer Trend, den ich bei meinen Kundinnen beobachte: Die Kombination von 50er-Jahre-Accessoires mit komplett modernen Outfits. Eine Cat-Eye-Sonnenbrille, ein Seidenschal im Retro-Muster oder eine Brosche im Vintage-Stil reichen oft aus, um einen Hauch 50er in den Look zu bringen, ohne das gesamte Styling umzukrempeln.
Den perfekten 50er-Look nach Figurtyp zusammenstellen
Die geniale Eigenschaft der Mode der 50er Jahre ist ihre Vielseitigkeit. Die verschiedenen Schnitte und Silhouetten bieten für jeden Körpertyp schmeichelhafte Optionen. Als Stylistin arbeite ich regelmäßig mit Frauen aller Größen und Formen, und die 50er-Mode ist eine meiner Geheimwaffen.
Für Frauen mit einer Sanduhr-Figur (ausgeprägte Taille, ähnlicher Umfang von Brust und Hüfte) ist die 50er-Mode praktisch maßgeschneidert. Fit-and-Flare-Kleider und taillierte Wickelkleider betonen die natürlichen Proportionen perfekt. Hier darf der Gürtel schmal und der Rock schwingend sein.
Bei einer Birnen-Figur (schmale Schultern, breitere Hüften) empfehle ich Oberteile mit Details wie Bootsausschnitt oder Puffärmeln, die das Dekolleté betonen, kombiniert mit einem A-Linien-Rock, der über die Hüften fällt, ohne zu eng anzuliegen. Dunkle Farben im unteren Bereich und hellere oder gemusterte Oberteile schaffen optisch ausgewogene Proportionen.
Frauen mit einer Apfel-Figur (mehr Volumen in der Körpermitte) profitieren besonders von Empire-Schnitten und Kleidern, die unter der Brust ansetzen und dann locker fallen. Auch Wickelkleider im 50er-Stil sind hervorragend, da sie eine Taille definieren, ohne den Bauch einzuengen.
Für schlanke, gerade Figurtypen sind Kleider mit Raffungen, Falten und voluminösen Röcken ideal, da sie Kurven erzeugen. Ein Petticoat wirkt hier Wunder. Breite Gürtel in Kontrastfarben definieren die Taille zusätzlich.
Budget und Einkaufsguide: Von Vintage bis Neuware
Die gute Nachricht: Ein stilvoller 50er-Jahre-Look muss nicht teuer sein. Je nach Budget und Anspruch gibt es verschiedene Wege zum perfekten Retro-Outfit.
Für Einsteigerinnen mit kleinem Budget empfehle ich Online-Shops wie Amazon, Zalando oder spezialisierte Vintage-Shops, die 50er-inspirierte Kleider bereits ab 25 bis 60 Euro anbieten. Die Qualität variiert, aber für erste Gehversuche im Retro-Stil ist das völlig ausreichend. Achte dabei auf Bewertungen und Größentabellen, da viele dieser Kleider kleiner ausfallen als gewohnt.
Die mittlere Preisklasse von 80 bis 200 Euro pro Stück bietet deutlich bessere Qualität bei Stoff, Verarbeitung und Passform. Marken wie Collectif, Banned Retro und Hell Bunny haben sich auf authentische 50er-Reproduktionen spezialisiert und bieten eine enorme Auswahl an Kleidern, Röcken und Oberteilen in verschiedenen Größen, oft bis Größe 54 oder darüber.
Echte Vintage-Originalstücke aus den 1950er Jahren sind natürlich die Königsklasse. Auf Flohmärkten, in spezialisierten Vintage-Boutiquen und auf Plattformen wie Etsy oder Vestiaire Collective finden sich Originale ab etwa 80 Euro für einfache Alltagskleider bis hin zu mehreren hundert Euro für Designer-Stücke. Hier ist Geduld gefragt, und ein geschultes Auge für Authentizität und Zustand ist unerlässlich.
| Preiskategorie | Preisspanne | Qualität | Bezugsquellen | Für wen geeignet |
|---|---|---|---|---|
| Budget | 25–60 € | Einfache Stoffe, akzeptable Verarbeitung | Amazon, Zalando, SHEIN | Einsteigerinnen, einmalige Events |
| Mittelklasse | 80–200 € | Hochwertige Stoffe, gute Passform | Collectif, Hell Bunny, Banned Retro | Regelmäßige Trägerinnen |
| Premium | 200–500 € | Exzellente Materialien, perfekte Schnitte | Vivien of Holloway, Lena Hoschek | Kennerinnen, besondere Anlässe |
| Vintage Original | 80–1.000+ € | Authentisch, oft einmalig | Flohmärkte, Etsy, Vintage-Boutiquen | Sammlerinnen, Liebhaberinnen |
Ein besonderer Tipp für Leserinnen aus Österreich: Die Wiener Designerin Lena Hoschek hat sich international einen Namen mit modernen Interpretationen der 50er-Mode gemacht. Ihre Kollektionen sind zwar im höheren Preissegment angesiedelt, doch der Sale und Outlet-Verkäufe bieten regelmäßig Gelegenheiten für erschwinglichere Einkäufe.
Accessoires der 50er Jahre: Das gewisse Etwas
Ein 50er-Jahre-Look steht und fällt mit den richtigen Accessoires. Sie sind es, die ein schlichtes Kleid in ein authentisches Retro-Outfit verwandeln. In meiner Beratung sage ich immer: Spare lieber beim Kleid und investiere in hochwertige Accessoires.
Die Cat-Eye-Sonnenbrille ist das wohl bekannteste Accessoire der Ära. Mit ihren nach oben geschwungenen Ecken verleiht sie jedem Gesicht einen glamourösen Touch. Es gibt sie heute in unzähligen Varianten, von dezent bis extravagant, und sie funktioniert sowohl zu einem kompletten Vintage-Outfit als auch zu einem simplen Jeans-T-Shirt-Look.
Handschuhe waren in den 50ern ein absolutes Must-have und wurden zu fast jedem Anlass getragen. Kurze Handschuhe aus Baumwolle oder Leder für den Tag, lange Satin- oder Seidenhandschuhe für den Abend. Heute sind sie ein wunderbares Statement-Accessoire für besondere Anlässe und elegante Events.
Weitere essentielle Accessoires sind: Perlenketten (einreihig für den Tag, mehrreihig für den Abend), breite Taillengürtel, Seidenschals und Broschen. Hüte und Fascinators waren ebenfalls allgegenwärtig, sind aber heute eher bei Pferderennen oder sehr formellen Anlässen üblich. Und natürlich gehört der rote Lippenstift zum 50er-Look wie der Petticoat zum Swing-Rock.
Beim Schuhwerk waren Kitten Heels (Absatzhöhe 3 bis 5 cm) die alltagstaugliche Wahl, während für Abendanlässe höhere Pumps und Slingbacks getragen wurden. Flache Ballerinas, populär gemacht durch Audrey Hepburn, boten eine bequeme Alternative. Für den Rockabilly-Look sind Plateau-Schuhe und Creepers die authentische Wahl.
Das Wichtigste
- Beginne mit der 70/30-Regel: 70 % moderne Basics, 30 % Vintage-Elemente für einen alltagstauglichen 50er-Look
- Investiere in einen hochwertigen Petticoat aus Nylon-Tüll (30 bis 80 Euro), der seine Form hält und angenehm zu tragen ist
- Wähle deine Silhouette nach Figurtyp: Fit-and-Flare für Sanduhr, A-Linie für Birne, Empire-Schnitt für Apfel-Figuren
- Für den Einstieg reichen 80 bis 200 Euro bei Marken wie Collectif oder Hell Bunny für authentische Reproduktionen in guter Qualität
- Accessoires machen den Unterschied: Eine Cat-Eye-Sonnenbrille, ein roter Lippenstift und eine Perlenkette verwandeln jedes Outfit in einen 50er-Look
Häufig gestellte Fragen
Wie kann ich Mode der 50er Jahre tragen, ohne verkleidet zu wirken?
Der Schlüssel liegt im Mixen: Kombiniere ein einzelnes 50er-Element, etwa einen Swing-Rock oder ein Polka-Dot-Oberteil, mit modernen Basics wie einer schlichten Strickjacke oder zeitgenössischen Sneakers. Die 70/30-Regel (70 % modern, 30 % Retro) sorgt dafür, dass der Look stylisch und nicht kostümhaft wirkt. Auch dezente Accessoires wie eine Cat-Eye-Brille oder ein Seidenschal im Retro-Muster integrieren den 50er-Stil subtil in dein Outfit.
Welche 50er-Jahre-Kleider eignen sich für Plus-Size-Frauen?
Die Mode der 50er Jahre ist besonders figurfreundlich für kurvige Frauen. Fit-and-Flare-Kleider mit betonter Taille und schwingenden Röcken sind ideal, ebenso wie Wickelkleider, die eine schöne Taille formen. Marken wie Collectif und Hell Bunny bieten Größen bis 54 und darüber an. A-Linien-Schnitte und Kleider mit eingearbeiteten elastischen Einsätzen sorgen für Komfort, ohne die typische 50er-Silhouette zu verlieren. Dunkle Farben und vertikale Muster wirken zusätzlich streckend.
Was kostet ein authentisches 50er-Jahre-Outfit?
Ein komplettes Outfit lässt sich je nach Anspruch in verschiedenen Preisklassen zusammenstellen: Mit Budget-Optionen ab 25 Euro pro Teil (Kleid, Petticoat, Accessoires) kommst du ab etwa 80 Euro weg. Mittelklasse-Marken liegen bei 80 bis 200 Euro pro Kleidungsstück, sodass ein komplettes Outfit etwa 200 bis 400 Euro kostet. Für echte Vintage-Originale aus den 1950ern zahlst du zwischen 80 und über 1.000 Euro pro Stück, abhängig von Zustand, Marke und Seltenheit.
Wie pflege ich einen Petticoat richtig?
Petticoats aus Tüll sollten per Handwäsche in lauwarmem Wasser mit mildem Waschmittel gereinigt werden. Zum Trocknen den Petticoat kopfüber aufhängen, damit die Lagen ihre Form behalten. Nicht in den Trockner geben. Für mehr Volumen kannst du den leicht feuchten Petticoat mit Sprühstärke behandeln. Aufbewahrt wird er idealerweise hängend oder locker zusammengelegt in einem Stoffbeutel. Bei regelmäßigem Tragen und guter Pflege hält ein hochwertiger Petticoat aus Nylon-Tüll mehrere Jahre.
Welche Frisuren passen zum 50er-Jahre-Look?
Die klassischen Frisuren der 50er umfassen Victory Rolls (seitlich eingerollte Partien), den Pferdeschwanz im Pin-up-Stil mit Bandana, den eleganten French Twist und weiche Locken à la Marilyn Monroe. Für den Alltag reicht oft ein seitlicher Scheitel mit sanften Wellen, erzielt durch Lockenwickler oder ein Glätteisen. Ein Seidenschal oder Haarband im Retro-Muster verleiht auch einer einfachen Frisur den gewünschten Vintage-Touch. Bobby Pins und Haarspangen im Vintage-Stil sind praktische Helfer für aufwendigere Looks.
Wo kaufe ich 50er-Jahre-Mode in Österreich?
In Wien findest du spezialisierte Vintage-Shops vor allem im 6. und 7. Bezirk, etwa rund um die Neubaugasse. Die österreichische Designerin Lena Hoschek bietet hochwertige, modern interpretierte 50er-Mode in ihrem Flagship-Store in der Wiener Innenstadt an. Online sind Shops wie Zalando, TopVintage und Succubus.at gute Anlaufstellen. Für echte Vintage-Originale lohnen sich regelmäßige Besuche auf Flohmärkten wie dem Naschmarkt-Flohmarkt oder Plattformen wie Etsy und Vestiaire Collective.
Modeberaterin und Stylistin aus Wien mit über 10 Jahren Erfahrung in der Modebranche. Lena teilt ihre Expertise zu Trends, Stil-Basics und nachhaltiger Mode für jeden Tag.