Fünf Bindetechniken decken so gut wie jede Alltagssituation ab: der einfache Umschlag, der Pariser Knoten, die Schlaufe mit Durchzug, der lockere Doppelwickel und das asymmetrische Überwurf-Draping. Welche Variante passt, hängt von der Schalbreite, dem Stoff und dem Ausschnitt der Jacke ab. Laut dem Ratgeber von Peek & Cloppenburg entscheidet vor allem das Stoffvolumen darüber, ob ein Knoten sauber sitzt oder nach zehn Minuten aufgeht.
Fünf Varianten Schritt für Schritt, vom simpelsten zum aufwendigsten Knoten
Der einfache Umschlag funktioniert mit jedem Material: Schal einmal um den Hals legen, beide Enden nach vorne fallen lassen. Fertig. Wer etwas mehr Halt braucht, greift zum Pariser Knoten. Dabei wird der Schal in der Mitte gefaltet, um den Hals gelegt und die offenen Enden durch die entstandene Schlaufe gezogen. Diese Technik hält auch bei Wind, weil die Schlaufe den Stoff fixiert.
Die Schlaufe mit Durchzug eignet sich besonders für längere, schmale Schals. Den Schal zweimal locker um den Hals wickeln und das letzte Ende unter eine der Lagen stecken (ähnlich wie man ein Kabel aufwickelt, wenn man es nicht finden will). Beim Doppelwickel liegt der Schal eng am Hals, zweimal gewickelt, die Enden verschwinden hinten. Gut unter einem Mantelkragen.
Das asymmetrische Draping passt zu breiteren Tüchern und offenen Jacken. Den Schal schräg über eine Schulter werfen, einmal locker um den Hals führen, das längere Ende vorne hängen lassen. Naja, es sieht lässiger aus, als es klingt. Für eine gezielte Stilberatung kann diese Variante ein guter Ausgangspunkt sein, weil sie sofort den Gesamteindruck eines Outfits verändert.
Variante | Schaltyp | Hält bei Wind
Einfacher Umschlag | alle Stoffe | nein
Pariser Knoten | mitteldick, lang | ja
Schlaufe mit Durchzug | schmal, lang | ja
Doppelwickel | dick, Wolle, Kaschmir | ja
Asymmetrisches Draping | breit, dünn (Seide, Modal) | nein
Welche Schalarten gibt es und wie breit sollte ein Schal sein?
Die gängigsten Schalarten lassen sich laut Wikipedia in vier Gruppen einteilen: klassischer Schal (schmal, lang), Pashmina (breit, fein), Tuch (quadratisch) und Loop beziehungsweise Schlauchschal (geschlossen). Für gestrickte Schals empfiehlt sich eine Breite zwischen 20 und 30 Zentimetern, damit die meisten Bindetechniken funktionieren, ohne dass der Stoff zu viel aufträgt.
Tücher und Schals gelten keineswegs als überholt. Modehäuser wie GQ zeigen regelmäßig neue Bindetechniken, und auch im Sommer tauchen leichte Varianten aus Leinen oder Baumwolle auf. Wer einen Wollschal lange tragen möchte, sollte Pilling frühzeitig entfernen, bevor der Stoff verfilzt.
Schal richtig anziehen: drei Grundregeln für sicheren Sitz
Erstens: den Schal vor dem Mantel binden. So liegt der Stoff flach unter dem Kragen und rutscht nicht. Zweitens: dicke Schals locker wickeln, dünne Schals dürfen eng sitzen. Drittens: die Enden entweder symmetrisch tragen oder bewusst auf eine Seite legen. Halbe Lösungen sehen unbeabsichtigt aus.
Wer den Schal über einem offenen Blazer trägt, kann die Enden unter einen passenden Schmuck-Layer stecken, damit alles an Ort und Stelle bleibt.
Zum Merken
- Der Pariser Knoten und die Schlaufe mit Durchzug halten auch bei Wind zuverlässig.
- Eine Schalbreite von 20 bis 30 cm eignet sich für die meisten Bindetechniken.
- Den Schal immer vor dem Mantel binden, damit der Stoff unter dem Kragen flach liegt.
- Dünne Stoffe wie Seide passen zum asymmetrischen Draping, dicke Wolle zum Doppelwickel.
Modeberaterin und Stylistin aus Wien mit über 10 Jahren Erfahrung in der Modebranche. Lena teilt ihre Expertise zu Trends, Stil-Basics und nachhaltiger Mode für jeden Tag.
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