In diesem Artikel
- Plus Size Mode umfasst in der Regel Größen ab 42/44 bis 58+ und der Markt wächst jährlich um rund 5 Prozent
- Die richtige Passform ist wichtiger als die Konfektionsgröße: 3 Schlüsselmaße (Brust, Taille, Hüfte) bestimmen den perfekten Sitz
- Eine Capsule Wardrobe für Plus Size funktioniert bereits mit 15 bis 20 Basisteilen, die sich vielseitig kombinieren lassen
- Hochwertige Materialien wie Ponte-Roma-Jersey, Viskose-Mischungen und Baumwoll-Elasthan sorgen für Komfort und schmeichelnde Silhouetten
- Wickelkleider, A-Linien-Schnitte und taillierte Blazer zählen zu den Top 3 Schmeichler-Schnitten für kurvige Figuren
- Accessoires wie Statement-Gürtel und V-Ausschnitte können die Silhouette optisch um bis zu eine halbe Konfektionsgröße schlanker wirken lassen
Inhaltsverzeichnis
- Warum Plus Size Mode mehr als ein Trend ist
- Die perfekte Passform finden: So ermittelst du deine Maße richtig
- Schmeichelnde Schnitte und Silhouetten für jede Figur
- Materialien, die den Unterschied machen
- Plus Size Capsule Wardrobe: Die Basics für jeden Tag
- Styling-Tipps für jeden Anlass
- Farben und Muster richtig einsetzen
- Die besten Shops für Plus Size Mode in Österreich und online
- Accessoires als Styling-Geheimwaffe
Als Modeberaterin arbeite ich seit über zehn Jahren mit Frauen aller Konfektionsgrößen, und ich sage euch eines ganz klar: Stil hat absolut nichts mit einer Zahl auf dem Etikett zu tun. Plus Size Mode hat in den letzten Jahren eine beeindruckende Entwicklung durchgemacht. Was früher eine Nische mit begrenzter Auswahl war, ist heute ein dynamisches Modesegment mit unzähligen Möglichkeiten. In meiner täglichen Arbeit als Stylistin in Wien erlebe ich, wie Frauen aufblühen, wenn sie die richtigen Schnitte, Materialien und Kombinationen für sich entdecken. In diesem Artikel teile ich mein gesamtes Wissen rund um Plus Size Mode mit euch: von der perfekten Passform über schmeichelnde Silhouetten bis hin zu konkreten Outfit-Ideen für jeden Anlass.
Warum Plus Size Mode mehr als ein Trend ist
Die Plus Size Modeindustrie hat sich grundlegend verändert. Laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens Statista macht der Markt für Übergrößen mittlerweile einen signifikanten Anteil am gesamten Bekleidungsmarkt aus, mit jährlichen Wachstumsraten von rund 5 Prozent. Das bedeutet: Designer und Marken investieren endlich ernsthaft in stilvolle Kollektionen für Größen ab 42.
Ich erinnere mich noch an die Zeit, als meine Kundinnen mit Größe 46 oder 48 kaum etwas Modisches finden konnten. Heute sieht die Realität ganz anders aus. Labels wie Ulla Popken, Zizzi oder die Curve-Linien von s.Oliver bieten trendige Kollektionen, die sich nicht hinter der sogenannten Standardmode verstecken müssen. Plus Size Mode bedeutet nicht mehr Kompromisse, sondern bewusste Stilentscheidungen.
Was mich besonders freut: Die Body-Positivity-Bewegung hat dazu beigetragen, dass Frauen ihre Kurven selbstbewusst zeigen. Curvy Models wie Ashley Graham haben auf internationalen Laufstegen bewiesen, dass Mode für alle Körperformen funktioniert. Diese Entwicklung beeinflusst auch den Streetstyle, wo Plus Size Outfits längst zum inspirierenden Stadtbild gehören.

Die perfekte Passform finden: So ermittelst du deine Maße richtig
Der wichtigste Rat, den ich jeder Kundin gebe, lautet: Vergiss die Größe auf dem Etikett und konzentriere dich auf die Passform. Konfektionsgrößen variieren von Marke zu Marke teilweise um bis zu zwei Größen. Was bei Zara eine 46 ist, kann bei H&M eine 44 sein. Deshalb empfehle ich, immer nach den eigenen Körpermaßen zu kaufen.
Für die perfekte Passform brauchst du drei Schlüsselmaße:
- Brustumfang: Miss an der weitesten Stelle der Brust, das Maßband liegt waagerecht
- Taillenumfang: An der schmalsten Stelle des Oberkörpers messen, meist etwa zwei Finger breit über dem Bauchnabel
- Hüftumfang: An der breitesten Stelle von Hüfte und Po messen
Zusätzlich rate ich meinen Kundinnen, auch die Armlänge und die Schrittlänge zu kennen, besonders beim Online-Shopping. Die meisten seriösen Plus Size Shops bieten mittlerweile detaillierte Größentabellen an, die über die reine Konfektionsgröße hinausgehen. Nutzt diese unbedingt, denn ein Kleidungsstück, das richtig sitzt, wirkt sofort um ein Vielfaches eleganter als eines, das zu eng oder zu weit ist.
Mein Profi-Tipp: Wenn du zwischen zwei Größen schwankst, wähle im Zweifelsfall die größere und lass das Teil bei einer Schneiderin anpassen. Eine Änderung kostet meist zwischen 15 und 40 Euro und macht aus einem guten Kleidungsstück ein perfektes.
Schmeichelnde Schnitte und Silhouetten für jede Figur
Nicht jeder Schnitt passt zu jeder Figur, das gilt übrigens für alle Konfektionsgrößen. In meiner Beratungspraxis habe ich festgestellt, dass es im Plus Size Bereich bestimmte Schnitte gibt, die fast immer funktionieren. Hier sind meine bewährten Empfehlungen:
Das Wickelkleid ist der absolute Klassiker und mein persönlicher Favorit für kurvige Frauen. Die diagonale Wickelung betont die Taille, der V-Ausschnitt streckt optisch, und der fließende Rock umspielt Hüfte und Oberschenkel. Diane von Fürstenberg hat diesen Schnitt in den 1970er Jahren populär gemacht, und er ist bis heute unübertroffen.
A-Linien-Schnitte sind ebenfalls hervorragend geeignet. Ob als Rock, Kleid oder Mantel: Die nach unten weiter werdende Silhouette gleitet über Problemzonen hinweg und erzeugt eine harmonische Proportion. Besonders für Frauen mit kräftiger Hüfte ist die A-Linie ideal.
Der taillierte Blazer gehört zu den Kleidungsstücken, die ich jeder Frau mit Größe 42+ ans Herz lege. Er definiert die Taille, streckt den Oberkörper und verleiht jedem Outfit sofort eine professionelle Note. Für das Business Outfit ist er unverzichtbar.
Schnitte, die ich weniger empfehle, sind kastige Oversized-Teile ohne jede Struktur. Viele Frauen greifen zu weiter Kleidung, um ihre Figur zu kaschieren; doch genau das bewirkt das Gegenteil. Kleidung, die den Körper umspielt statt verhüllt, ist immer die bessere Wahl.
Materialien, die den Unterschied machen
In meiner jahrelangen Erfahrung als Stylistin habe ich gelernt, dass das Material mindestens genauso wichtig ist wie der Schnitt. Gerade bei Plus Size Mode entscheiden Stoffwahl und Verarbeitung darüber, ob ein Outfit großartig oder unvorteilhaft aussieht.
| Material | Vorteile | Nachteile | Ideal für |
|---|---|---|---|
| Ponte-Roma-Jersey | Formstabil, blickdicht, bequem | Kann bei Hitze warm sein | Hosen, Blazer, Etuikleider |
| Viskose-Mischungen | Fließend, kühlend, schmeichelnd | Knittert leicht | Blusen, Wickelkleider, Röcke |
| Baumwoll-Elasthan | Atmungsaktiv, dehnbar, pflegeleicht | Kann ausleiern | T-Shirts, Basics, Freizeitmode |
| Tencel/Lyocell | Nachhaltig, weicher Fall, hautfreundlich | Höherer Preis | Blusen, Sommerkleider |
| Scuba-Stoff | Glättet Konturen, formgebend | Wenig atmungsaktiv | Festliche Kleider, Röcke |
| Denim mit Stretch | Bequem, vielseitig, langlebig | Qualität variiert stark | Jeans, Jacken, Röcke |
Mein wichtigster Materialratschlag: Investiert in Qualität statt Quantität. Ein Blazer aus hochwertigem Ponte-Roma-Jersey für 80 Euro sieht nach 50 Wäschen noch gut aus, während ein billiges Pendant nach drei Monaten die Form verliert. Das Prinzip einer Capsule Wardrobe basiert genau auf dieser Philosophie: weniger Teile, dafür bessere Qualität.
Vermeidet Materialien, die zu dünn und durchscheinend sind. Gerade günstige Jerseys neigen dazu, jede Unterwäschekante sichtbar zu machen. Blickdichte Stoffe mit einer gewissen Substanz sind immer die bessere Wahl für ein gepflegtes Erscheinungsbild.

Plus Size Capsule Wardrobe: Die Basics für jeden Tag
Eine durchdachte Basisgarderobe ist für Frauen mit größeren Konfektionsgrößen besonders wertvoll. Da Plus Size Mode im stationären Handel manchmal noch unterrepräsentiert ist, lohnt es sich, in 15 bis 20 hochwertige Basisteile zu investieren, die sich vielseitig kombinieren lassen.
Meine empfohlene Plus Size Capsule Wardrobe umfasst folgende Kernstücke:
Oberteile (6 Teile):
- 2 gut sitzende T-Shirts in Schwarz und Weiß (V-Ausschnitt oder Rundhals, je nach Vorliebe)
- 1 Seidenbluse oder hochwertige Viskosebluse in einer neutralen Farbe
- 1 Longsleeve in einer Akzentfarbe
- 1 taillierter Blazer in Dunkelblau oder Schwarz
- 1 weiche Strickjacke als Layering-Piece
Unterteile (5 Teile):
- 1 gut sitzende Jeans mit Stretch (Straight Leg oder Bootcut)
- 1 schwarze Stoffhose mit hohem Bund
- 1 A-Linien-Rock in Knielänge
- 1 Bleistiftrock für formelle Anlässe
- 1 bequeme Palazzo-Hose für den Sommer
Kleider und Outwear (4 Teile):
- 1 Wickelkleid in einem Allover-Print oder einer kräftigen Farbe
- 1 schlichtes Etuikleid in Schwarz
- 1 Trenchcoat oder taillierter Mantel
- 1 lässige Jeansjacke
Mit diesen Basisteilen lassen sich problemlos über 40 verschiedene Outfits zusammenstellen. Ergänzt durch saisonale Trendteile und die richtigen Accessoires seid ihr für jede Situation bestens gerüstet. Für besondere Anlässe wie eine Hochzeit empfehle ich, einen Blick auf passende Outfits für Hochzeitsgäste zu werfen, die auch in Plus Size wunderbar funktionieren.
Styling-Tipps für jeden Anlass
Mode ist situationsabhängig, und was im Büro funktioniert, passt nicht unbedingt zum Brunch am Wochenende. Hier sind meine konkreten Styling-Empfehlungen für die wichtigsten Anlässe:
Im Büro: Setzt auf strukturierte Teile wie Blazer, Stoffhosen mit Bügelfalte und Hemdblusen. Der Schlüssel zum professionellen Business Look ist eine klare Silhouette. Kombiniert einen taillierten Blazer in Dunkelblau mit einer hoch geschnittenen Hose und einer leicht fließenden Bluse. Spitze Pumps mit einem Absatz von 5 bis 7 Zentimetern strecken die Beine optisch.
Am Wochenende: Lässigkeit trifft auf Stil. Eine gut sitzende Jeans mit Stretch, ein weiches T-Shirt und darüber eine Jeansjacke oder ein lässiger Cardigan bilden die perfekte Basis. Weiße Sneaker runden den Look ab und sind bequem genug für einen ganzen Tag in der Stadt. Lasst euch auch vom aktuellen Streetstyle inspirieren.
Für festliche Anlässe: Hier dürft ihr richtig aufdrehen. Ein Wickelkleid in einer kräftigen Jewel-Tone-Farbe wie Smaragdgrün, Bordeaux oder Kobaltblau ist meine erste Wahl. Alternativ funktioniert ein Etuikleid mit einem Statement-Schmuckstück hervorragend. Vermeidet zu viele Lagen, denn bei festlichen Anlässen gilt: weniger ist mehr, dafür aber in hoher Qualität.
Im Sommer: Leichte Maxikleider aus Viskose, Palazzo-Hosen mit luftigen Tuniken oder Midi-Röcke mit Wickelblusen. Achtet darauf, dass die Stoffe atmungsaktiv sind und nicht am Körper kleben. Naturfasern wie Baumwolle, Leinen und Tencel sind eure besten Freunde bei Hitze.
Im Winter: Layering ist die Kunst, die es zu beherrschen gilt. Beginnt mit einer gut sitzenden Basisschicht, fügt eine mittlere Schicht aus Strick oder Fleece hinzu und wählt einen taillierten Mantel als äußere Schicht. Der größte Fehler im Winter ist zu viel Volumen durch kastige Daunenjacken. Ein taillierter Wollmantel in Übergröße wirkt eleganter und hält ebenso warm.
Farben und Muster richtig einsetzen
Ich räume jetzt mit einem der hartnäckigsten Modemythen auf: Schwarz ist NICHT die einzige Option für Plus Size Frauen. Ja, Schwarz ist eine sichere Wahl und hat seinen festen Platz in jeder Garderobe. Aber Farben und Muster können ebenso schmeichelhaft sein, wenn man einige Grundregeln beachtet.
Zunächst zu den Farben: Jewel Tones (Smaragd, Saphir, Rubin, Amethyst) sind fantastisch für kurvige Frauen. Sie strahlen Eleganz aus und lenken den Blick auf das Gesicht. Erdtöne wie Kamel, Cognac und Schokobraun sind ebenfalls hervorragend und wirken als Alternative zu Schwarz genauso schlank.
Bei Mustern gilt folgende Faustregel: Die Größe des Musters sollte zur Körpergröße passen. Kleine, filigrane Muster können auf einer größeren Silhouette verloren wirken. Mittelgroße bis große Prints harmonieren besser mit kurvigen Proportionen. Vertikale Streifen haben tatsächlich einen streckenden Effekt, das ist kein Mythos. Horizontale Streifen funktionieren aber ebenfalls, wenn sie schmal sind und das Oberteil gut geschnitten ist.
Mein persönlicher Tipp: Tragt Muster dort, wo ihr den Blick hinlenken wollt, und uni-Farben dort, wo ihr lieber ablenken möchtet. Ein gemustertes Oberteil mit einer schlichten dunklen Hose lenkt den Fokus auf den Oberkörper und das Gesicht. Dieser Trick funktioniert in jeder Größe.

Die besten Shops für Plus Size Mode in Österreich und online
Die Auswahl an Einkaufsmöglichkeiten für Plus Size Mode ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Hier sind meine persönlichen Empfehlungen, basierend auf Qualität, Preis-Leistungs-Verhältnis und Größenvielfalt:
Für den Alltag und gute Basics: Zalando bietet mit seinem Plus Size Sortiment eine riesige Auswahl verschiedener Marken an einem Ort. Die kostenlose Retoure macht das Größenfinden besonders einfach. Auch About You hat sein Curve-Segment stark ausgebaut.
Für hochwertige Basics und Büromode: Ulla Popken und s.Oliver Curve sind meine Go-to-Empfehlungen. Beide Marken bieten Größen bis 58 und darüber hinaus mit durchgehend guter Qualität. Die Stoffe sind blickdicht, die Schnitte durchdacht und die Preise fair.
Für trendige Pieces: ASOS Curve ist fantastisch für modebewusste Frauen, die aktuelle Trends in Plus Size suchen. Die Kollektion wird ständig aktualisiert und die Preise liegen im mittleren Segment. Zizzi aus Dänemark bietet ebenfalls skandinavisch-minimalistisches Design in großen Größen.
Für nachhaltige Mode: Wenn euch nachhaltige Mode am Herzen liegt, lohnt sich ein Blick auf Marken wie hessnatur, die mittlerweile auch größere Größen im Sortiment haben. Auch lokale Wiener Boutiquen führen zunehmend nachhaltige Plus Size Kollektionen.
Mein wichtigster Shopping-Tipp: Bestellt immer zwei Größen und behaltet die, die besser sitzt. Die Retourenkosten sind bei den meisten Shops kostenlos, und ihr spart euch Enttäuschungen. Lest unbedingt die Bewertungen anderer Kundinnen in eurer Größe, denn deren Erfahrungen sind Gold wert.
Accessoires als Styling-Geheimwaffe
Accessoires sind das i-Tüpfelchen jedes Outfits und für Plus Size Frauen eine echte Geheimwaffe. Mit den richtigen Accessoires könnt ihr Proportionen ausbalancieren, den Blick lenken und jedem simplen Outfit Persönlichkeit verleihen.
Gürtel: Ein mittelbreiter Gürtel, der auf der Taille sitzt, ist eines der wirkungsvollsten Accessoires überhaupt. Er definiert die schmalste Stelle des Oberkörpers und erzeugt eine Sanduhr-Silhouette. Tragt ihn über Kleidern, Tuniken oder langen Cardigans. Elastische Taillengürtel sind besonders bequem und vielseitig einsetzbar.
Schals und Tücher: Ein locker drapierter Schal lenkt den Blick nach oben und rahmt das Gesicht ein. Lange, schmale Schals haben zudem einen vertikalen Effekt, der die Silhouette optisch streckt. Im Sommer funktionieren leichte Seidentücher wunderbar als Haarband oder als Taschenaccessoire.
Schmuck: Setzt auf Statement-Schmuck, der zu eurer Körpergröße passt. Zu filigrane Ketten oder winzige Ohrringe können an einer kurvigen Frau untergehen. Mittelgroße bis große Schmuckstücke harmonieren besser und ziehen den Blick auf Gesicht und Dekolleté.
Taschen: Die Proportionen der Tasche sollten zur Körpergröße passen. Sehr kleine Täschchen lassen den Körper im Vergleich größer wirken. Eine mittelgroße Handtasche oder Shopper ist die ausgewogenere Wahl. Crossbody-Bags sitzen idealerweise auf Hüfthöhe, nicht auf der breitesten Stelle.
Schuhe: Spitze Schuhe strecken die Beine optisch, während runde Kappen verkürzen können. Nude-farbene Pumps oder Sandalen in Hautfarbe verlängern die Beinlinie besonders effektiv. Wer keine hohen Absätze mag, greift zu spitzen Ballerinas oder Chelsea Boots mit leichtem Absatz.
Insgesamt gilt bei Accessoires das gleiche Prinzip wie bei der Kleidung: Qualität vor Quantität. Ein einziges hochwertiges Accessoire wertet ein ganzes Outfit auf. Und vergesst nicht, dass Selbstbewusstsein das schönste Accessoire ist, das ihr tragen könnt.
Das Wichtigste
- Ermittelt eure 3 Schlüsselmaße (Brust, Taille, Hüfte) und kauft nach Maßtabelle statt nach Konfektionsgröße
- Setzt auf Wickelkleider, A-Linien und taillierte Blazer als universell schmeichelnde Schnitte
- Investiert in hochwertige Materialien wie Ponte-Roma-Jersey und Viskose-Mischungen, die Struktur geben ohne einzuengen
- Baut eine Capsule Wardrobe aus 15 bis 20 Basisteilen auf, die sich zu über 40 Outfits kombinieren lassen
- Nutzt Accessoires strategisch: Ein Taillengürtel und V-Ausschnitte können die Silhouette optisch um eine halbe Größe schlanker wirken lassen
Häufig gestellte Fragen
Welche Jeans-Schnitte eignen sich am besten für Plus Size Frauen?
Ich empfehle Straight-Leg und Bootcut Jeans mit hohem Bund und einem Stretchanteil von mindestens 2 Prozent Elasthan. Der hohe Bund stützt den Bauch und definiert die Taille. Straight-Leg-Schnitte erzeugen eine gerade, gestreckte Linie, während Bootcut die Proportionen ausbalanciert. Vermeidet Skinny Jeans, die am Oberschenkel zu eng sitzen, und achtet auf eine Leibhöhe von mindestens 25 Zentimetern für optimalen Halt.
Wie finde ich die richtige BH-Größe für Plus Size und warum ist das wichtig fürs Styling?
Ein gut sitzender BH ist das Fundament jedes Outfits. Rund 80 Prozent aller Frauen tragen die falsche BH-Größe, und gerade bei größeren Cups macht das einen enormen Unterschied. Lasst euch professionell vermessen, idealerweise in einem Fachgeschäft für große Größen. Ein BH, der richtig sitzt, hebt die Brust an, definiert die Taille und lässt jedes Oberteil besser fallen. Marken wie Triumph, Freya und Elomi sind auf größere Cups spezialisiert und bieten Größen bis Cup K und darüber hinaus.
Kann ich als Plus Size Frau enge Kleidung tragen?
Ja, absolut. Der Schlüssel liegt in der Balance. Wenn ihr oben ein enges Teil tragt, kombiniert es mit einem weiteren Unterteil und umgekehrt. Ein figurbetontes Oberteil mit einer fließenden Palazzo-Hose funktioniert genauso gut wie ein enger Bleistiftrock mit einer lockeren Bluse. Achtet darauf, dass enge Teile aus formstabilen Materialien wie Ponte-Roma-Jersey bestehen, die glätten statt einschnüren. Shapewear kann zusätzlich für eine glatte Silhouette unter engeren Kleidungsstücken sorgen.
Wie viel sollte ich für eine gute Plus Size Basisgarderobe einplanen?
Für eine solide Capsule Wardrobe mit 15 bis 20 hochwertigen Teilen solltet ihr mit einem Budget von etwa 800 bis 1.500 Euro rechnen. Das klingt zunächst nach viel, rechnet sich aber schnell: Gute Basics halten mehrere Jahre, und durch die vielseitige Kombinierbarkeit braucht ihr deutlich weniger Impulskäufe. Mein Tipp: Baut die Garderobe schrittweise auf, beginnt mit den wichtigsten Basics wie einer guten Jeans, einem schwarzen Blazer und zwei T-Shirts und ergänzt Stück für Stück.
Welche Fehler sollte ich beim Plus Size Styling vermeiden?
Die häufigsten Fehler, die ich in meiner Beratungspraxis sehe, sind: erstens zu weite, kastige Kleidung tragen in dem Glauben, sie würde kaschieren. Zweitens ausschließlich Schwarz tragen aus Angst vor Farbe. Drittens auf Accessoires verzichten, weil man glaubt, sie würden zusätzlich auftragen. Viertens billige Materialien kaufen, die sich nicht gut am Körper anfühlen und schnell ihre Form verlieren. Und fünftens sich von veralteten Moderegeln einschränken lassen, die besagen, kurvige Frauen dürften keine Querstreifen, keine Muster oder keine enge Kleidung tragen.
Gibt es nachhaltige Plus Size Mode?
Ja, das Angebot wächst stetig. Marken wie hessnatur, Armed Angels und People Tree erweitern ihre Größenpalette zunehmend. Auch Second-Hand-Plattformen wie Vinted und ThredUp bieten mittlerweile gute Filtermöglichkeiten für große Größen. Mein Rat: Setzt auf zeitlose Schnitte statt auf Fast-Fashion-Trends, denn das ist die nachhaltigste Entscheidung überhaupt. Ein hochwertiges Wickelkleid, das ihr fünf Jahre tragt, hat eine bessere Ökobilanz als zehn günstige Trendteile, die nach einer Saison im Schrank verschwinden.
Modeberaterin und Stylistin aus Wien mit über 10 Jahren Erfahrung in der Modebranche. Lena teilt ihre Expertise zu Trends, Stil-Basics und nachhaltiger Mode für jeden Tag.